KUERT entwickelt Verfahren zur Datenrettung von illumos ZFS Dateisystem

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(Bochum, 10.04.2018) Spezialisten des Bochumer Unternehmens KUERT haben ein neues Verfahren zur Datenrettung von ZFS-Dateisystemen entwickelt. Zielgerichtet auf das Server Betriebssystem OpenIndiana, einer Weiterentwicklung von OpenSolaris, wurden neuartige Algorithmen entwickelt, die auch komplexeren Recovery-Aufgaben stand halten

Neues Verfahren zur Datenrettung von komplexen ZFS Dateistrukturen

Was ist Openindiana ?

Das Openindiana Projekt ist OpenSource und die jeweilige Distribution wird durch die Entwickler-Community stetig weiterentwickelt. Bei OpenIndiana handelt es sich um ein illumos basiertes Unix-ähnliches Betriebssystem, welches seinen Ursprung in OpenSolaris hatte. Das Ziel des Projekts ist die kontinuierlische Bereitstellung eines Open Source Betriebssystem auf der Basis von OpenSolaris. Als Dateisystem verwendet Openindiana das ZFS-Filesystem.

Datenrettung eines RAID 6 mit 24 Festplatten und mehreren unterschiedlichen Dateisystemen unter ZFS

Die Spezialisten von KUERT erhielten den Auftrag zur Datenrettung eines ausgefallen RAID6 Systems mit zwei Festplatten-Pools bestehend aus jeweils 12 Festplatten pro RAID. Innerhalb dieses Systems fielen zwei Festplatten aus, die seitens des Kunden ausgetauscht wurden. Daraufhin startete der Kunde einen Rebuild des Gesamtsystems, welcher jedoch scheiterte. Der Grund für das Scheitern des Rebuilding Prozesses waren defekte Sektoren auf fünf weiteren Festplatten innerhalb des RAID-Verbunds.

Da der Kunde keinerlei Kenntnisse über die Organisation seines eigenen RAID6 Verbundes besaß, mussten die Spezialisten von KUERT das komplette RAID virtualisieren und neu zusammensetzen. Hierbei stellte sich heraus, dass sich die zwei RAID6-Sets in einem Pool, ein kundenseitiger Konfigurationsfehler beim Rebuilding Prozess, befanden. Folglich musste auch der RAID6 Pool Nr. 2 eingesetzt werden. Gefunden wurden hierbei in Summe 150 Datensätze mit unterschiedlichen Dateisystemen, welche sich wiederum unterhalb des ZFS-Dateisystems befanden, mit mehreren LVM und mehr als 80 Millionen Einzeldateien.

Die Vorteile eines ZFS-Dateisystems:

  • Erlaubt jederzeit das Hinzufügen von Festplatten zum Plattenpool
  • Erlaubt jederzeit die Erstellung eines Snapshot über das ZFS-Dateisystem
  • Unterstützt verschiedene RAID-Versionen
  • Fremde Dateisysteme lassen sich unterhalb von ZFS einrichten und betreiben
Kommandozeile des ZFS Dateisystems aus OpenIndiana

Die Spezialisten von KUERT entwickelten für diesen Fall spezifische Algorithmen, welche die ursprüngliche Konfigurationsreihenfolge der 24 Festplatten im RAID6 automatisch rekonstruiert sowie spezielle Data Recovery Routinen zur Erkennung, Reparatur und Rekonstruktion der verlorenen Datensätze im Array.

"Die Datenrettung eines solchen Systems mit unterschiedlichen Dateisystemen, die von einem übergeordnetem ZFS-Dateisystem verwaltet werden, gleicht dem Schälen einer Zwiebel, bei der man sich Schicht für Schicht durch die einzelnen Dateisystemebenen kämpft und diese nacheinander wieder herstellt. Herkömmliche Recovery-Software, ganz gleich von welchem Anbieter, versagt in solchen Szenarien komplett. Von daher müssen entsprechende Tools und Erkennungsalgorithmen in solchen Situationen duch uns eigenständig neu hergestellt oder bestehende Lösungen modifiziert und angepasst werden. Und das alles natürlich unter enormen Zeitdruck.", sagt Martin Eschenberg, Marketingleiter bei KUERT in Bochum.

Was ist bei einem Ausfall eines RAID-6 Systems zu tun ?

  1. Nach Ausfall einer Festplatte - Prüfen Sie ALLE Platten des RAID-Verbunds auf eventuell vorhandene defekte Sektoren.
  2. Kein Raid - Rebuild ohne nicht vorher Sektor-basierte Kopien aller im RAID befindlichen Festplatten angefertigt zu haben.
  3. Sie sollten wissen was Sie tun, wenn sie einen Rebuild-Prozess anstoßen. Fehlerhafte Konfigurationen im Rebuilding-Prozess können schwerwiegende Auswirkungen auf eine spätere Rettungsmöglichkeit nach sich ziehen.
  4. Geduld ist erste Bürgerpflicht, gerade bei einem Ausfall komplexerer Systeme.
Installer Bildschirm der OpenIndiana Distribution

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