Defizite bei Schadengutachtern deutscher Versicherungen

(Bochum, 01.09.2015) KUERT Datenrettung verzeichnet eine Steigerung von Datenrettungsfällen von kleinen- und mittelständischen Unternehmen aus dem Versicherungsumfeld. Hierbei handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um Festplatten, die im Vorfeld geöffnet wurden und an denen deutlich erkennbar ist, dass gutachterseitig unsachgemäß gearbeitet wurde.

Bei gemeldeten Versicherungsfällen, im Rahmen der Haftpflicht und Elektronikversicherung, werden gewerbliche Kunden in der Regel an einen für das Versicherungsunternehmen tätig werdenden EDV- / IT-Schadensgutachter vermittelt. Im Auftrag des Versicherers wird hierbei untersucht, ob ein Schaden reguliert werden darf oder nicht. Eine Vielzahl dieser IT-Schadensgutachter ist jedoch nur unzureichend für die Untersuchung von Festplatten ausgestattet. Ferner herrscht große Unkenntnis über die mechanischen und elektronischen Funktionsweisen von Festplatten. Insbesondere wenn es um die Regulierung der Datenrettungs- und Wiederherstellungskosten geht, werden von einigen namhaften deutschen Versicherungskonzernen oftmals Schadensgutachter eingeschaltet.


EDV Gutachter haben Defizite bei der technischen Ausstattung

"Je nach Schadenszenarien, kann die Öffnung einer Festplatte, einem Gutachter Indizien dafür liefern, von denen sich auf die Schadenursache rückschließen lässt. Problematisch ist die Öffnung von Festplatten jedoch immer dann, wenn hierbei die Grundsätze des aktuellen Stands der Technik verletzt werden. Die Öffnung von Festplatten in einer Nicht-Reinraum Umgebung hat somit zwangsläufig einen direkt Einfluss auf die spätere Rettbarkeit des Datenrettungsfalls und verändert somit den IST-Zustand einer zu untersuchenden Festplatte da dieser durch äußere Einwirkungen, wie Staub- oder sonstige Kontaminationen, beeinflusst wird. Doch auch simple Funktionsprüfungen defekter Festplatten, können gravierende Auswirkungen auf den IST-Zustand der Festplatte haben", sagt Martin Eschenberg, Unternehmenssprecher der KUERT Datenrettung Deutschland GmbH.

Defizite in der technischen Ausstattung

Häufig genug sind Analysen von Schadensgutachtern schlichtweg falsch und offenbaren Wissenslücken. Ein Schadensgutachter der den Zustand und die Ursache des Ausfalls einer Festplatte feststellen soll, kann dies sehr häufig aus technischen Gründen nicht vollumfänglich durchführen, denn er ist nicht in der Lage in diesem Segment nach dem "aktuellen Stand der Technik" zu arbeiten. Aus diesem Grund sollte und darf er zu untersuchende Festplatten eigentlich nicht öffnen, müsste es jedoch und häufig genug tut er dies auch und verstößt hierbei gegen elementare Grundsätze. Bei der Öffnung von Festplatten können nur die wenigsten Sachverständigen nach dem "Stand der Technik" arbeiten und erreichen hierbei den Status Quo gerade einmal annähernd, falls überhaupt.

Hierdurch entstehen:

a) Fehleinschätzungen hinsichtlich der eigentlichen Schadensursache

b) Eine Verschlechterung des jeweiligen Schadenszustands von Speichermedien, (insbesondere Festplatten ) aufgrund unzureichender Ausstattung (Reinraum / Labor / Ausstattung )

c) Unzureichende Erfahrung und Know-How (IT-Schadensgutachter sind keine Datenrettungsexperten)

d) Fixierung auf Funktionalität, unabhängig vom Schadenshintergrund und der Berücksichtigung potentieller Folgeschäden (Wasserschaden / Brandschaden)

"In der Summe steigt die Anzahl von erhaltenen Rettungsfällen bei denen EDV-Schadensgutachter involviert waren seit Jahren stetig an. Wir verzeichnen Anfängerfehler bei der ordnungsgemäßen Öffnung von Festplatten, Fingerabdrücke auf den Magnetscheiben, Kontaminationen usw. Wir sprechen hier über diplomierte Informatiker die über Schadensursachen Auskunft geben sollen und dabei nachweislich nicht nach dem Stand der Technik gearbeitet haben und hierbei bereits existente Beschädigungen sogar noch verschlimmern. Wirklich verwunderlich ist dies nicht, wenn man bedenkt, wie stark sich die IT in den letzten Jahren diversifiziert hat und auch im IT-Gutachterbereich herrscht ein großer Wettbewerbsdruck. Dennoch überschreiten viele EDV-Sachverständige hierbei Ihre eigenen Kompetenzbereiche. Unterm Strich geht dies dann zu Lasten des Versicherungsnehmers. Wir sehen hier insbesondere die Versicherungsgeber in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass bei der Überprüfung von Festplatten gutachterseitig auch nach dem aktuellen Stand der Technik gearbeitet wird. Alleine schon um eine noch verfügbare Datenintegrität ihrer Versicherungsnehmer bestmöglich aufrecht zu erhalten. Hier machen es sich zu viele Versicherer sehr einfach, indem sie die IT-Diversifikation und die hierfür erforderliche Berücksichtigung der jeweiligen geeigneten IT-Spezialisierung des Gutachters schlichtweg ignorieren. Verantwortungslos ist dies in besonderem Maße, wenn es um Fragen der Datenrettung oder Datenwiederherstellung ihrer eigenen Versicherungskunden geht. Denn hier reden wir über immaterielle Werte des Versicherungsnehmers, die den materiellen Wert einer Festplatte und deren Rettungskosten deutlich übersteigen. Was fehlt ist eine technische und qualitative Auditierung der eigenen Gutachter durch das Versicherungsunternehmen", so Eschenberg.

Versicherungsnehmern die einen Festplatten-Schadensfall bei Ihrem Versicherer einreichen wollen empfiehlt KUERT Datenrettung:
  • Sich zu erkundigen und seitens des Versicherungsgebers bestätigen zu lassen, ob bei dem empfohlenen Gutachter, die Begutachtung und Schadensanalyse der Festplatte im Reinraum durchgeführt wird, sowie welche ISO-Klasse hierfür eingesetzt wird.
  • Sich zu erkundigen und sich schriftlich bestätigen zu lassen, dass der empfohlene Gutachter nach dem aktuellen Stand der Technik arbeitet und eingerichtet ist.
  • Im Zweifelsfalle den Versicherer fragen ob man einen eigenen Gutachter zur Schadensbegutachtung heranziehen kann



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