Datenrettung - Erfolgreiche Transplantation eines Chipkerns

(Bochum, 06.06.2016) Internationaler Forschungsgemeinschaft aus Wissenschaftlern der technischen Universität in Budapest und Datenrettungsspezialisten der KUERT Unternehmensgruppe in Deutschland und Ungarn gelingt erstmalig die Transplantation eines Chipkerns aus einem gebrochenen Firmware-IC einer Western Digital Festplatte. Bei der Verfahrensentwicklung griffen die Forscher auf den Einsatz von Röntgentechnik, Laser- und Ultraschalltechnologie zurück.

Erfolgreiche Transplantation eines Chipkerns

Das im Rahmen einer Fallstudie veröffentlichte Verfahren beschreibt die Vorgehensweise zur Datenrekonstruktion eines physikalisch beschädigten Firmware-Controllers einer Western Digital MyPassport 2.5" Festplatte.

Hintergrund:

Die KUERT Datenrettung Deutschland GmbH erhielt einen Rettungsfall mit einem physikalisch beschädigten Firmware-IC. Bei der Beschädigung des ICs handelte es sich um eine Bruchstelle im linken unteren Bereich des Chips. Bis dato waren beschädigte Speicherchips für Data Recovery Spezialisten nicht rettbar.

Die Röntgenuntersuchung des Chips legte zudem Brüche an der internen Chipverdrahtung zum Chip-DIE und starke Delaminierungen offenbar.

"Wir hatten bei dem uns vorliegendem Datenrettungsfall das Problem, das sämtliche Branchenstandards zur Datenrekonstruktion ungeeignet waren. Somit mussten neue Ansätze entwickelt und umgesetzt werden. ", sagt Zoltan Kertesz, Director der Data Recovery Division bei KUERT.

Arbeiten im Mikrometer Bereich auf weniger als 50% des Durchmesser eines menschlichen Haars

Aufgelasertes und funktionables Ersatz IC

In Zusammenarbeit mit der technischen Universität in Budapest / Ungarn sowie in Kooperation mit weiteren Forschungseinrichtungen wurde ein entsprechendes Verfahren entwickelt bei dem der Chipkern des beschädigten IC mittels Einsatz von Lasertechnik freigelegt wurde. Danach wurden die Reste der internen Verdrahtungsrückstände, direkt am Chipkern entfernt. Ein neues Ersatz-IC wurde in der Zwischenzeit vorbereitet und "entkernt". Im Anschluß wurde das intakte DIE des physikalisch beschädigten ICs in das Ersatz-IC "transplantiert" und die nun intakte interne Verdrahtung wurde mittels Einsatz von Ultraschall neu mit den Kontakten am Chipkern verbunden.

Danach eignete sich das Ersatz-IC mit transplantiertem Chipkern um die Firmware-Daten wieder mit den konventionellen Methodiken auslesen zu können und über die ausgelesen Daten war dann auch ein Zugriff auf die Datenebene der WD Festplatte wieder möglich.

Weltweit einmaliges Verfahren

"Dieses Verfahren, was hinsichtlich der angewandten Technologie und der Kooperation aller Beteiligten wohl weltweit einzigartig ist, ermöglicht uns vollkommen neue Möglichkeiten bei der Datenrettung von physikalisch beschädigten Firmware-Controllern und ist auf unterschiedlichste Speichermedien von der microSD Card über die Firmware einer Festplatte bis hin zum SSD-Flugdatenschreiber anwendbar. Einzige Voraussetzung ist ein intakter Chipkern in einem beschädigten IC und eine intakte oder latent beschädigte Speicherebene. Somit ist dieses Verfahren auf alle Controller-Szenarien anwendbar bei denen nach einem Ausfall die Daten wiederhergestellt werden müssen. Insbesondere dann, wenn es sich um einzigartige interne Hardwareverschlüsselungen handelt, ist dieses Verfahren derzeit die weltweit einzige Möglichkeit die eine praktische Anwendbarkeit verspricht.", so Martin Eschenberg, Marketingleiter bei der KUERT Datenrettung Deutschland GmbH in Bochum.

 

Weitergehende Informationen veröffentlicht auf:
PC-Welt erklärt das Verfahren zur Datenrettung von physikalisch beschädigten Speicherchips und Firmware IC

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