Kurzschluss - Motor der Festplatte dreht nicht

Einige Anwender kennen dieses Szenario - Einmal das falsche Netzteil an die externe Fesplatte angeschlossen und die Platte "sagt" danach keinen Mucks mehr , zeigt keinerlei Reaktion und auch der Motor der Festplatte dreht noch nicht mal an.

Festplatten, ganz gleich welcher Bauart und von welchem Hersteller, reagieren sehr empfindlich auf jegliche Art von Unregelmäßigkeiten in der Stromzufuhr. Insbesondere natürlich auf jegliche Art von Spannungsspitzen die über die Spannungstoleranz der elektronischen Bauteile der Platte hinausgehen.

Wie entsteht ein Kurzschluß an einer Festplatte ?:

  • Vertauschte Netzteile / Netzadapter bei externen Platten
  • Überspannungsschaden z.B. durch Blitzschlag
  • Schwankungen und Spannungsspitzen im Stromnetz (häufig im Ausland)
  • Versehentlicher Kontakt mit Platinen in laufenden Systemen, z.B. durch mit metallischen Werkzeugen wie Schraubenziehern
  • Statische Entladung

Bei der groben Schadenseinschätzung gibt es zwei Szenarien, die es zu berücksichtigen gilt:

  1. Die Platte wurde "kalt" angeschlossen (z.B. durch Verwendung eines falschen Netzteils)
  2. Die Hard Disk erhielt Ihren Kurzschluß im laufenden Betrieb (Blitzschaden / Spannungsspitze im Stromnetz oder versehentlich herbeigeführte Kurzschlüsse durch Arbeiten in laufenden Systemen)

Die Datenrettung unterscheidet bei einem Ausfall nach den jeweiligen Betriebszuständen der Festplatte. In Fällen in denen ein falsches Netzteil angeschlossen wird (siehe Punkt 1), befindet sie die Lese-/ Schreibeinheit der Platte noch in Ihrer angestammten Parkposition. Das mögliche Risiko eines Headcrashs der Platte (indem die Köpfe auf den Datenbereichen der Magnetscheiben liegen) ist hierbei deutlich reduziert.

In Fällen in denen die Hard Disk im laufenden Betrieb einen Kurzschluß, z.B. aufgrund einer Spannungsspitze im Stromnetz, erlitten hat kann man fast immer von einem Headcrash ausgehen. Im funktionablen Betrieb erkennt die Festplatte eine Unterbrechung der Stromzufuhr und generiert aus dem Restschwung der Magnetscheiben die notwendige Energie, die erforderlich ist um den Schreib-Lesekopf zurück in die Parkposition springen zu lassen. Ein Kurzschluß bedeutet hierbei eine Unterbrechung aller hierfür erforderlichen elektronischen Komponenten und natürlich auch deren Funktionalität. Genau dieser Effekt macht eine mögliche Beschädigung der Magnetscheiben wesentlich wahrscheinlicher.

Warum ein Tausch der Festplatten Elektronik bei modernen Platten nutzlos und dumm ist:

Der eine oder andere mag auf den Gedanken kommen, dass man sich im Falle eines Kurzschluß an einer Festplatte einfach selbst behilft, indem man sich ein baugleiches Modell besorgt und schnell die Platine tauscht. Das funktionierte in der Tat einmal, bei der einen oder anderen Maxtor HDD, von denen die letzten vor ca. 10-12 Jahren verkauft wurden. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Änlich wie bei der Produktion von Prozessoren, werden technische Parameter mittlerweile spezifisch ab Werk auf die jeweilige Festplatte eingemessen. Dies hat zur Folge, dass die Parameter innerhalb einer Firmware selten identisch sind. Sie variieren und sind sozusagen speziell auf das jeweilige Laufwerk angepasst. Tauscht man hier die Elektronik so läuft man Gefahr, dass die Festplatte mit falschen internen Firmware Parametern angesteuert wird und dies kann einen Komplettverlust aller noch erhaltenen Daten auf der Platte mit sich bringen.

Die Firmware enthält beispielsweise Informationen zur Telemetrie der Platte. So werden, neben der Flughöhe der Köpfe, noch viele weitere festplattenspezifische Informationen hier in einem Firmware-Chip innerhalb der Elektronik ab Werk abgelegt.

Neben der äußeren sichtbaren Elektronik einer Festplatte, enthalten diese jedoch noch eine für den Nutzer nicht sichtbare innere Elektronik, die widerum mit der Firmware der externen Elektronik in steter Korrespondenz steht. Auch diese interne Elektronik wird im Falle eines Kurzschluß häufig in Mitleidenschaft gezogen.

"Guten Ratschlägen" von Freunden und Bekannten besser keine Beachtung schenken

Aufgrund der hohen Datendichte moderner Festplatten, gibt es in den meisten Fällen nur eine Chance zur Rettung. Wenn Ihnen Ihre Daten wichtig sind, dann verzichten Sie auf die gut gemeinten Ratschläge von Freunden, Bekannten, Informatikstudenten oder sonstwelche vermeintlichen "Experten - die irgendwas mit IT machen". Die Rettung von Daten im Labor ist eine Spezialdisziplin. Niemand kann Ihnen sagen, welche Daten in der Firmware Ihrer Festplatte stehen, weil niemand über die Möglichkeit verfügt diese Daten auslesen und interpretieren zu können. Das erfordert teure Gerätschaften und die Kosten leider etwas mehr als eine Labor Datenrettung für 800 - 2000 Euro. Und da es keinen Lehrstuhl gibt der Labor - Datenrettung unterrichtet, sollte man sehr vorsichtig mit nett gemeinten Hilfsangeboten sein.

Das hierfür erforderliche Know-How lässt sich nur bei Laboren finden und wird auch nur dort vermittelt. In allen anderen Fällen, seien es nun Hobby-Datenretter, IT-Fachhändler oder Systemhäuser kann man Ihnen nur graduell weiterhelfen und die Wahrscheinlichkeit, dass hier etwas "versucht" wird, was gewaltig schiefgehen kann, ist mehr als hoch.

Sie gehen ja auch nicht aus "Geiz" zu Ihrem Hausarzt, wenn Sie es akut mit dem Herzen haben und besser zum ausgewiesen Spezialisten sollten, oder ?

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